Equal Pay Day
Um auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam zu machen, findet seit 2011 einmal im Jahr der Equal Pay Day statt, europaweit, meistens im März. Das genaue Datum variiert von Land zu Land und von Jahr zu Jahr. Es richtet sich nach der aktuellen Höhe des Gender Pay Gaps: Der Aktionstag findet an dem Tag statt, bis zu dem Frauen aufgrund der ungleichen Bezahlung theoretisch umsonst arbeiten, um auf das Gehalt zu kommen, dass ihre männlichen Kollegen bereits zum Ende des Vorjahres in der Tasche hatten. Mehr zum Equal Pay Day auf https://www.equalpayday.de .
Entgeltgleichheit bleibt überfällig
Frauen verdienen in Deutschland weiterhin im Schnitt rund 16-18 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Selbst wenn Unterschiede bei Qualifikation, Branche und Arbeitszeit berücksichtigt werden, bleibt eine bereinigte Lücke von etwa 6 Prozent. Das zeigt: Es geht nicht um individuelle Entscheidungen, sondern um strukturelle Benachteiligung. Frauen arbeiten häufiger in schlechter bewerteten Tätigkeiten, übernehmen den Großteil unbezahlter Sorgearbeit und sind seltener in Führungspositionen vertreten. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpflichtet Deutschland bis 2026 zu mehr Transparenz und Berichtspflichten. Entscheidend wird sein, dass diese Vorgaben wirksam umgesetzt und kontrolliert werden. Gleiche Arbeit und gleichwertige Arbeit müssen endlich gleich bezahlt werden.
Tarifbindung schafft Gleichstellung
Wo Tarifverträge gelten, ist die Entgeltlücke deutlich kleiner. In der Metall- und Elektroindustrie liegt sie in tarifgebundenen Betrieben bei rund 9 Prozent, in nicht tarifgebundenen Betrieben bei etwa 18 Prozent. Tarifbindung halbiert damit die Lohnlücke. „Das zeigt: Tarifbindung wirkt – und zwar nachhaltig!“, macht Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, deutlich. „Denn mehr Entgelt bedeutet auch: weniger Altersarmut, größere Eigenständigkeit für Frauen und für das Gemeinwohl höhere Steuereinnahmen!“ Transparente Eingruppierungen, verbindliche Entgeltstrukturen und starke Mitbestimmung sorgen für nachvollziehbare und faire Bezahlung. Tarifverträge sind deshalb ein zentraler Hebel für Gleichstellung – nicht nur beim Entgelt, sondern auch bei Arbeitszeit, Qualifizierung und beruflicher Entwicklung.