So war der 28. Februar 2026 in Stuttgart Tausende senden Signal an die Landespolitik: Höchste Zeit für gute Arbeit und gutes Leben!

Gute eine Woche vor der Landtagswahl waren mehrere tausend Menschen dem Aufruf von IG Metall, ver.di und DGB gefolgt und protestierten auf dem Schlossplatz und vor dem Landtag für eine Landespolitik, die für gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und mehr soziale Gerechtigkeit sorgt.

Beschäftigte demonstrieren in Bayern anlässlich der Tarifrunde Holz und Kunststoff 2025

28. Februar 2026 28. Februar 2026


Stuttgart. Am Samstagmittag haben Gewerkschaften aus ganz Baden Württemberg auf dem Schlossplatz und vor dem Landtag ein deutliches Zeichen gesetzt. Unter dem Motto „5 vor 12 – Höchste Zeit für gute Arbeit & gutes Leben“ versammelten sich mehrere tausend Beschäftigte, Ehrenamtliche und Unterstützer*innen im Herzen der Landeshauptstadt.

Breit gefächerte Reden, ein gemeinsamer Kern

Bereits um 11:30 Uhr füllte sich der Platz vor dem DGB Gewerkschaftshaus. Von dort aus starteten die Aktiven der IG Metall Stuttgart zur Kundgebung am Schlossplatz. Auf dem Schlossplatz begann die Kundgebung mit einer Begrüßung durch Kai Burmeister, Bezirksvorsitzender des DGB Baden-Württemberg, der die Bedeutung gewerkschaftlichen Zusammenhalts betonte und die politischen Entscheidungsträger aufforderte, im Sinne der Beschäftigten im Land zu handeln.

Im Anschluss folgten Reden von Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, und Maike Schollenberger, Landesbezirksleiterin von ver.di Baden-Württemberg, die jeweils aus Sicht ihrer Organisationen klar machten, dass es ohne Investitionen in Industrie, öffentliche Infrastruktur, Qualifizierung und soziale Sicherheit keine stabile Zukunft geben wird.

Liane Papaioannou, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart, betonte auf der Bühne die Verantwortung der Politik: „Wir haben keine Zeit mehr für politische Unentschlossenheit. Unsere Betriebe brauchen bezahlbare Energie, schnellere Genehmigungen und eine Infrastruktur, die Wachstum und Innovation möglich macht. Und eines muss klar sein: Fördermittel gibt es nur für Tarifbindung! Wer öffentliche Gelder will, muss gute Arbeit garantieren. Das ist unsere klare Erwartung an die Politik.

Starke Momente aus dem Ehrenamt

Besonders eindrücklich waren die beiden Beiträge aus dem gewerkschaftlichen Ehrenamt.
Ergun Lümali sprach für die IG Metall und schilderte eindrucksvoll, wie wichtig Mitbestimmung und eine langfristige Perspektive für Beschäftigte sind, gerade in Zeiten tiefgreifender Umbrüche.
Der Betriebsratsvorsitzende der SSB brachte die Situation des Nahverkehrs auf die Bühne. Sein Appell: Ohne verlässliche Arbeitsbedingungen und politische Unterstützung drohen weitere Belastungen für Belegschaft und Fahrgäste.

Auf der anschließenden Demonstration durch die Innenstadt gab es viel Zuspruch von Passant*innen. Die Stimmung: bunt und kämpferisch, solidarisch und entschlossen.
Jetzt ist die Politik am Zug!

Insgesamt ergab sich ein klares Bild: Die Herausforderungen sind groß, aber die Bereitschaft für Verbesserungen einzutreten, ist größer. Ob Energiepreise, Bürokratie, Industriepolitik, Wohnraum, Rente oder KI Strategie: Die Kundgebung machte deutlich, dass es konkrete Lösungen braucht und dass die Gewerkschaften bereit sind, dafür Druck zu machen.