Solidaritätserklärung Solidarität kennt keine Standortgrenzen

Klare Botschaft aus Stuttgart an die Kolleg*innen bei MAHLE in Neustadt: Wir stehen an eurer Seite – geschlossen, entschlossen und kämpferisch.

Stuttgart, Baden-Wuerttemberg, 01.12.2020:
Arbeitnehmervertreter kritisieren den geplanten Stellenabbau beim Automobilzulieferer Mahle. Mit einer symbolischen Aktion übergeben diese der Geschaeftsführung Geschenke vor der Zentrale in Stuttgart.

Am 1. Dezember würde Mahle sein 100-jähriges Firmenjubiläum feiern. Just im Jahr des Firmenjubiläums kündigt Mahle einen großen Personalabbau an.

19. Mai 2026 19. Mai 2026


Solidaritätserklärung an die Kolleg*innen bei MAHLE in Neustadt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in einer Zeit, in der Sicherheit und Zukunft zur Disposition gestellt werden, senden wir euch klare und unmissverständliche solidarische Grüße: Wir stehen an eurer Seite – geschlossen, entschlossen und kämpferisch.

Die Beschäftigten der MAHLE-Gemeinschaftsbetriebe BU1/2 in Stuttgart – aus Bad Cannstatt, Feuerbach, Fellbach und Kornwestheim – gemeinsam mit der IG Metall Stuttgart, stehen fest an eurer Seite. Euer Kampf ist auch unser Kampf.

Am 18. Mai 2025 wurde in unserer gemeinsamen IG Metall-Mitgliederversammlung eines deutlich spürbar: Euer Einsatz für den Erhalt eurer Arbeitsplätze ist nicht nur gerecht – er ist notwendig. Mutig. Unverzichtbar. Denn es geht um mehr als einzelne Stellen. Es geht um die Zukunft von Menschen, von Familien, von ganzen Regionen. Es geht um Würde, Sicherheit und Perspektive. Und es geht um die Zukunft des Industriestandorts Deutschland.

Eine Schließung des Standorts Neustadt darf es nicht geben. JETZT REICHT’S! – dieses Signal war im Rahmen der Mitgliederversammlung unübersehbar: Geschlossen haben die Kolleg*innen dem Arbeitgeber die rote Karte gezeigt – als klares Zeichen: So nicht. Nicht mit uns.

Es wurde folgende Solidaritäts-Botschaft beschlossen:

„Die Mitgliederversammlung der Gemeinschaftsbetriebe BU1 und BU2 (Cannstatt, Feuerbach, Fellbach, Kornwestheim) vom 18. Mai 2026 erklärt sich solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen in Neustadt und fordern die Geschäftsführung auf, kurzfristig Verhandlungen aufzunehmen, die die Zukunft der Arbeitsplätze und des Standortes in Neustadt sichern!“     

Was es jetzt braucht, ist keine kurzfristige Kostenrechnung, sondern eine echte, nachhaltige Strategie: Investitionen in Zukunftsprodukte. Investitionen in Qualifizierung. Investitionen in die Menschen, die diesen Konzern tragen.

Auch wir in Stuttgart stehen vor entscheidenden Auseinandersetzungen – etwa in den Verhandlungen zum Ergänzungstarifvertrag „Indirekte Kosten – SPARK“. Und auch für uns gilt:
Kündigungen sind keine Option. Ein „Weiter so“ zulasten der Beschäftigten wird es nicht geben, es gilt die Zukunft des Standortes zu sichern.

Der Druck, unter dem wir stehen, ist kein lokaler – er betrifft uns alle. Die Angriffe auf Tarifverträge, auf Betriebsvereinbarungen, auf unsere Rechte sind Teil einer Entwicklung, der wir uns nur gemeinsam entgegenstellen können.

Gerade jetzt, in Zeiten tiefgreifender Umbrüche in der Automobilindustrie, gilt mehr denn je:
Unsere Stärke ist unsere Einheit. Nur gemeinsam können wir gute Arbeit sichern. Nur gemeinsam können wir Zukunft gestalten. Nur gemeinsam können wir den notwendigen Druck aufbauen, um unsere Interessen durchzusetzen.

Wir wünschen euch Kraft, Entschlossenheit und Erfolg für euren weiteren Kampf. Seid euch gewiss: Wir stehen hinter euch. Wir kämpfen mit euch. Denn eines ist klar: Euer Kampf ist unser Kampf.

Solidarische Grüße