Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ haben die Gewerkschaften am Tag der Arbeit ein klares Signal für sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit gesetzt. Zahlreiche Kolleg*innen demonstrierten in Stuttgart gegen Jobabbau, steigende Lebenshaltungskosten und Angriffe auf Arbeitnehmerrechte.
Organisiert wurde die Kundgebung von der DGB-Jugend, die damit ein starkes Zeichen für gewerkschaftliches Engagement über Generationen hinweg setzte.
Klare Worte der IG Metall Stuttgart bei der Eröffnung
Eröffnet wurde die Kundgebung von Liane Papaioannou, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart. In ihrer Rede machte sie deutlich, warum der 1. Mai heute aktueller ist denn je:
„Wenn über Karenztage, längere Arbeitszeiten und die Aufweichung des Kündigungsschutzes diskutiert wird, dann ist das kein Reformprojekt. Das ist ein Angriff auf soziale Sicherheit und Arbeitnehmerrechte. Gerade in Zeiten von Transformation brauchen Beschäftigte Schutz und Verlässlichkeit und nicht Debatten, die nach unten treten und Menschen verunsichern.“
Der Sozialstaat, so Papaioannou, sei kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass Wandel gelingt. Gerade in Zeiten von Transformation brauche es Sicherheit, Tarifbindung und starke Gewerkschaften. Der 1. Mai sei deshalb der Tag, an dem Interessen sichtbar gemacht und gemeinsam verteidigt werden.
Stimmen aus den Betrieben
Im Anschluss folgte eine lebendige Talkrunde mit Betriebsrät*innen aus unterschiedlichen Branchen. Sie berichteten aus ihrem Arbeitsalltag, von den Herausforderungen in Kommunen, Verkehr, Bildung, Industrie und Lebensmittelbranche und davon, wie stark gesellschaftliche Fragen und betriebliche Realität miteinander verknüpft sind.
Haushaltssperren, Sicherheitsfragen im Verkehr, der Druck auf den Bildungsbereich, Arbeitszeitentgrenzung oder Kostendruck in der Industrie: Die Gespräche machten deutlich, dass die aktuellen Krisen die Beschäftigten längst erreicht haben und dass Antworten nur gemeinsam, solidarisch und organisiert gefunden werden können.
Besonders eindrücklich schilderte Ljiljana Culjak, Betriebsratsvorsitzende bei Mahle Thermal Fluid Systems, die Situation in der Industrie. Transformation dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, so Culjak. Investitionen in neue Technologien müssten immer auch Investitionen in die Menschen sein, die diese Technologien tragen.
Gemeinsam auf der Straße
Nach der Kundgebung formierte sich ein Demonstrationszug durch die Stuttgarter Innenstadt. Mit Bannern, Schildern und lauten Rufen machten die Menschen ihre Forderungen nach guter Arbeit und sozialer Sicherheit sichtbar.