Bildungsblitz der IG Metall Stuttgart Wissen, Austausch und gemeinsame Stärke

Zwei Tage voller Austausch, Diskussionen und neuer Impulse. Die Botschaft war klar spürbar: Gute Arbeit fällt nicht vom Himmel – sie braucht Wissen, Haltung und gemeinsames Handeln.

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Zwei Tage voller Austausch, Diskussionen und neuer Impulse: Beim Bildungsblitz 2026 der IG Metall Stuttgart kamen Betriebsrät*innen, Vertrauensleute, Jugend- und Schwerbehindertenvertretungen aus rund 25 Betrieben zusammen. Die Botschaft war klar spürbar: Gute Arbeit fällt nicht vom Himmel – sie braucht Wissen, Haltung und gemeinsames Handeln.

Liane Papaioannou, Erste Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Stuttgart eröffnete die zweitägige Veranstaltung: „Tarifpolitik ist das stärkste Instrument der IG Metall, um gute Arbeit durchzusetzen und damit gutes Leben für Millionen Beschäftigte zu ermöglichen. Gerade in Zeiten von Transformation, wirtschaftlicher Unsicherheit und politischen Angriffen auf Arbeitnehmerrechte ist das entscheidend.“

Schon beim Auftakt wurde deutlich, wie viel Erfahrung und Engagement im Raum steckte. Unterschiedlichste Betriebe, Funktionen und Perspektiven, aber ein gemeinsamer Anspruch: die Interessen der Kolleg*innen im Betrieb wirksam vertreten, gerade in Zeiten von Transformation, Personalabbau und zunehmenden Angriffen auf tarifliche Errungenschaften.

Tag 1: Gute Arbeit braucht Wissen und Mut

Der Bildungsblitz machte seinem Namen alle Ehre: kompakt, konzentriert und praxisnah. In mehr als 20 Workshops konnten die Teilnehmenden ihr Wissen auffrischen, vertiefen und erweitern.

Im Mittelpunkt standen zentrale Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie: vom Entgeltrahmenabkommen über tarifliche Sonderzahlungen, den Tarifvertrag Qualifizierung als Instrument der Beschäftigungssicherung bis hin zu Regelungen für Auszubildende und Studierende. Auch Themen wie Alterssicherung, Beschäftigungssicherung und Kurzarbeit wurden nicht nur rechtlich eingeordnet, sondern anhand von Praxisbeispielen diskutiert.

„Der starke Rückhalt für unsere Positionen bei den aktuellen Betriebsratswahlen ist ein klarer Handlungsauftrag der Belegschaften an uns für eine entschlossene Tarif‑ und Betriebspolitik. Voraussetzung dafür ist eine gute Bildungsarbeit: Der beste Tarifvertrag nützt nichts, wenn ihn niemand kennt und niemand seine Rechte einfordert.“ so Antonio Potenza, Kassierer und Geschäftsführer der IG Metall Stuttgart.

Neben dem Tarifwissen ging es immer wieder um die Frage: Wie wird aus Wissen Durchsetzungskraft? Antworten darauf lieferten Workshops zur Aktionsplanung und zum gewerkschaftlichen Betriebsplan, zu beteiligungsorientierten Aktionsformaten und zur Ansprache von Kolleg*innen. Besonders in Vorbereitung auf die Tarifrunde 2026 spielte die aktivierende Befragung eine wichtige Rolle.

Auch neue Herausforderungen kamen auf den Tisch. In Workshops zur Beteiligung in der digitalen Arbeitswelt wurde diskutiert, wie Mitbestimmung und Organisierung unter Bedingungen von Mobilem Arbeiten und digitalen Arbeitsprozessen gelingen können. Der Workshop „Rechtssicher unterwegs“ gab Sicherheit für gewerkschaftliches Engagement im Betrieb, während „Counter Organizing gegen Rechts“ deutlich machte: Demokratie und Solidarität müssen auch im Arbeitsalltag verteidigt werden.

Nicht zuletzt wurde sichtbar, wie breit die IG Metall ihre Mitglieder unterstützt. Der Überblick über die Leistungen der IG Metall zeigte: Tarifpolitik, Rechtsschutz, Bildung und Beratung greifen ineinander und werden getragen von aktiven Mitgliedern vor Ort.

Tag 2: Von der Diskussion zur konkreten Aktionsplanung

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der betrieblichen Praxis und der Vorbereitung auf die Tarifrunde 2026. „Die Tarifrunde beginnt nicht mit der ersten Forderung, sie beginnt mit gut vorbereiteten Aktiven im Betrieb: Aus Wissen wird Planung, aus Austausch gemeinsame Strategie.“ eröffnete Tamara Hübner, Zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Stuttgart, die Planungsphase an Tag 2.

In Arbeitsgruppen bereiteten die Teilnehmenden ganz konkret die Aktionsplanung für ihre Betriebe vor. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie tarifliche Themen in den Betrieben vermittelt, diskutiert und gemeinsam durchgesetzt werden können: Wie sprechen wir Kolleginnen und Kollegen an? Welche Formate passen zu unseren Betrieben? Wo setzen wir an, um Beteiligung zu organisieren und Druck aufzubauen?

Dabei wurde deutlich: Tarifrunden werden nicht nur am Verhandlungstisch entschieden. Sie werden im Betrieb vorbereitet, erklärt und getragen. 

Was diese zwei Tage besonders machte, war aber nicht nur die inhaltliche Tiefe, sondern der offene, solidarische Austausch. In den Pausen, bei Diskussionen und in den Workshops wurde deutlich: Viele Betriebe stehen vor ähnlichen Herausforderungen und die Arbeitnehmervertreter*innen profitieren davon, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.

Der Bildungsblitz 2026 war damit mehr als eine Bildungsveranstaltung. Er war Auftakt, Vernetzung und Motivation zugleich. Ein Startpunkt für eine gut vorbereitete, solidarische und durchsetzungsstarke Tarifrunde 2026. Oder anders gesagt: Ein Blitz, der Energie frei setzt für Gute Arbeit und ein gutes Leben.