Aktionstag bei Mercedes-Benz Klare Kante in Mettingen gegen Angriffe auf Tarifstandards

2.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz haben in Mettingen lautstark klar gemacht: Die Kosten von Krise und Transformation dürfen nicht auf die Belegschaften abgewälzt werden. Wer Arbeitszeit verlängern und Standards schleifen will, bekommt Widerstand.

Kundgebung bei Mercedes-Benz in Mettingen

3. Juli 2026 3. Juli 2026


Rund 2.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz versammelten sich in Mettingen zu einer eindrucksvollen Protestkundgebung. Die hohe Beteiligung, der lautstarke Zuspruch für die Redebeiträge und die entschlossene Atmosphäre machten deutlich, wie tief der Unmut über die angekündigten Sparmaßnahmen sitzt. Viele Beschäftigte äußerten ihre Sorge über die Zukunft der Standorte und die Auswirkungen auf ihre Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig war die Bereitschaft spürbar, tarifliche Errungenschaften entschlossen zu verteidigen.

In zahlreichen Wortbeiträgen wurde deutlich: Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Arbeitsplätze, ihre Arbeitszeitregelungen und ihre tariflichen Standards einzustehen. Die zentrale Botschaft der Kundgebung lautete: Zukunftssicherung gelingt nicht durch Verschlechterungen für die Belegschaften, sondern durch Investitionen, Innovationen und gute industrielle Arbeit.

Die IG Metall hatte zu bundesweiten Protest-Kundgebungen an den Standorten von Mercedes-Benz aufgerufen. Anlass ist die vom Vorstand angekündigte „Produktivitätsoffensive für Deutschland“ und die damit verbundenen Sparmaßnahmen. Aus Sicht der IG Metall richten sich diese Maßnahmen einseitig gegen die Beschäftigten und stellen zentrale tarifliche Errungenschaften infrage.


Kundgebung bei Mercedes-Benz in Mettingen

Wer Zukunft will, darf Standards nicht schleifen

Michael Clauss, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender am Mercedes-Benz Standort Untertürkheim, machte deutlich, dass die Belegschaft nicht bereit ist, für Managemententscheidungen die Rechnung zu bezahlen: „Wir akzeptieren nicht, dass die Kosten von Transformation und wirtschaftlichem Druck bei den Beschäftigten landen. Wer Verantwortung für Entscheidungen trägt, darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen und die Rechnung nach unten weiterreichen.“


Kundgebung bei Mercedes-Benz in Mettingen

Auch die Perspektive der jungen Generation spielte auf der Kundgebung eine wichtige Rolle. Sila Yalçın, Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung am Standort Untertürkheim, warnte davor, die Transformation gegen die Interessen der Beschäftigten zu gestalten: „Die Transformation wird nur gelingen, wenn junge Menschen eine Zukunft in der Industrie sehen. Dafür brauchen wir Investitionen in Standorte, Ausbildung und Innovation und keine Angriffe auf tarifliche Standards“


Kundgebung bei Mercedes-Benz in Mettingen

Für die IG Metall Stuttgart machte Gewerkschaftssekretär Selçuk Yüksel deutlich, dass die aktuellen Forderungen des Unternehmens grundlegende tarifliche Errungenschaften berühren: „Die 35-Stunden-Woche, tarifliche Sonderzahlungen und sichere Arbeitsbedingungen sind keine freiwilligen Zugeständnisse des Arbeitgebers. Sie sind hart erkämpfte Errungenschaften. Sie stehen für planbare Arbeit, für Gesundheit und für Familienzeit."

Yüksel unterstrich, dass die Beschäftigten nicht bereit seien, erkämpfte Standards infrage stellen zu lassen. Die hohe Beteiligung an der Kundgebung habe gezeigt, dass die Belegschaften geschlossen hinter dieser Haltung stehen und bereit sind, ihre Interessen gemeinsam zu verteidigen.


Kundgebung bei Mercedes-Benz in Mettingen