Veranstaltung „70 Jahre Anwerbeabkommen“ zwischen Deutschland und Italien
Am 29. November 2025 fand im Willi-Bleicher-Haus in Stuttgart eine besondere Veranstaltung zum 70-jährigen Jubiläum des ersten Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und Italien statt. Gemeinsam mit dem COM.IT.ES di Stoccarda wurden die historischen Meilensteine und die Lebenswege der sogenannten „Gastarbeiter*innen“ gewürdigt, die seit den 1950er-Jahren unsere Gesellschaft, Betriebe und Gewerkschaften nachhaltig geprägt haben.
Die Veranstaltung bot Raum für die Anerkennung und Wertschätzung der Menschen, die damals nach Deutschland kamen und bis heute als Kolleg*innen, Nachbar*innen und Freund*innen Teil unseres Zusammenlebens sind. Neben den Herausforderungen der Migration wurden vor allem die bereichernden und positiven Aspekte hervorgehoben.
Grußworte und Impulse
Hochrangige Gäste aus Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft richteten ihre Grußworte an die Teilnehmenden, darunter:
- Luigi Bucci, Vorsitzender des COM.IT.ES di Stoccarda
- Tommaso Conte, Ratsmitglied des CGIE
- Laura Lamia, italienische Generalkonsulin in Stuttgart
- Frank Nopper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart
- Toni Ricciardi, Abgeordneter der Italienischen Republik
- Andrea Crisante, Abgeordneter des Italienischen Senats
- Antonio Potenza, Geschäftsführer der IG Metall Stuttgart
- Kai Burmeister, Vorsitzender des DGB Baden-Württemberg
Ihre Beiträge machten deutlich, wie wichtig Migration für die wirtschaftliche Entwicklung und das gesellschaftliche Miteinander in Deutschland war – und wie sehr sie bis heute unser Leben bereichert.
„In der Geschichte der Arbeiterbewegung haben Kolleg*innen, die als Gastarbeiter*innen nach Deutschland kamen eine zentrale Rolle gespielt. Ihr politisches Engagement prägt bis heute die IG Metall und die Betriebe. Schon früh haben sich Kolleg*innen mit Migrationserfahrung organisiert, ihre Interessen in den Betriebsratsgremien sowie den Vertrauenskörpern vertreten und somit ihren Beitrag für gelingende Integration, Antirassismusarbeit und eine Kultur der Vielfalt geleistet. Denn: Integration findet maßgeblich über Arbeit statt durch das Engagement der Beschäftigten. Dies ist gelebte Solidarität“, betont Antonio Potenza, Geschäftsführer der IG Metall Stuttgart.
Fotoausstellung und Austausch
Ein besonderes Highlight war die Fotoausstellung, die persönliche Geschichten und historische Einblicke präsentierte. Sie bot den Besucher*innen die Gelegenheit, sich mit individuellen Lebenswegen auseinanderzusetzen und die Geschichte der Arbeitsmigration aus einer persönlichen Perspektive zu erleben.
Die Veranstaltung endete mit einem regen Austausch zwischen den Gästen, der die Bedeutung von Respekt, Anerkennung und Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft unterstrich.
Fotos können honorarfrei unter Angabe der „Bildquelle: IG Metall Stuttgart“ verwendet werden.